Über den Mut, Kante zu zeigen

Situation: Der Morgen des 16. Novembers 2016, früh am Morgen, vielleicht 1 Uhr. Es regnet.

Olli Schulz war meine Muse. Ich bin ja ein großer „Fest und Flauschig“-Fan(atiker) und höre den Podcast von Schulz und Böhmermann jeden Sonntag, während ich in meiner Rumpelküche irgendwas mache.

Blende in meinen Kopf:

In den letzten Wochen war es hier auf dem Blog gefühlt sehr ruhig. Selbstverständlich hatte das auch einen Grund und zwar nichts weniger als die große Frage, wo ich mit diesem Blog hin will. Gut, der Name ist eigentlich die Antwort und doch hat sie mir keine Ruhe gelassen.

Ich habe mit dem Bloggen angefangen, weil ich einfach eine Plattform für meine Freude haben wollte. Dass sich in den 2 1/2 Jahren so viel draus entwickelt (nämlich fast alles, was ich inzwischen beruflich mache), hätte ich nie gedacht. Dennoch habe ich die Freude irgendwie verlegt und nicht wiedergefunden.

Das erste Video 2o14 (Gott, bin ich alt geworden…!!!)

Zu viel der Alltäglichen Schwere hat die Leichtigkeit der Kreativität erdrückt. Ein zu hoher Anspruch an Klicks, Perfektion meiner Bilder/ Rezepte/ Videos hat alles in mir lahm gelegt. Ich hatte das Gefühl, festzustecken, obwohl ich doch eigentlich hoch hinaus wollte.

Ich habe viel im Marketingbereich gearbeitet und meine, einiges davon zu wissen. Doch ich will keine hart-plakativen Überschriften und halbnackte Poserfotos mit „Hey, ich bin gerade voll deep drauf und während ich (voll gestylt) über das Leben grüble, trage ich dieses supersüße Shirt von XY“-Inhalten. Ich will auch keinen Feed produzieren, der Andere schlecht gelaunt sein lässt, weil sie glauben ihr Leben sei vollkommen langweilig, nur weil es nicht einer vermeintlich perfekten Instagram-Inszenierung entspricht.

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Ich will weg von diesem krassen Perfektionismus. Insbesondere von dem Gedanken daran, was sich gehört und was nicht und wen ich damit eventuell vergraulen könnte.

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Waswillichändern?Wowillichhin? Diese Fragen flogen ständig in meinem Kopf herum wie surrende Mücken kurz vorm Einschlafen in heißen Sommernächten. Also habe ich erstmal so gut wie gar nichts gemacht. (Abwarten und Tee trinken. Am liebsten Tee von XY. Kleiner Scherz)img_0240Und dann kam die Antwort. Sie war einfach da. Ich will euch an mehr Dingen als meinen Lieblingsrezepten und Reisevideos teilhaben lassen. Einfach, weil das Leben so schön ist und unendlich facettenreich. Hier wird sich ab sofort entsprechend einiges ändern… #mehrLIEBE

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Neulich habe ich mich zum Beispiel auf den Weg in die Schanze gemacht und einfach alles Mögliche fotografiert. Ich will das seit einem Jahr machen und habe es aber auf die „irgendwann-mal-machen-Liste“ geschoben. Jeder hat doch so eine imaginäre Liste und ich finde, dass es höchste Zeit war, sie abzuarbeiten. Die Folge: Linn im Fotorausch. Das hat so irre gut getan und meiner Kreativität automatisch Raum geschenkt.

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Kurzer Schwenk zurück zu Musen-Olli.

Olli Schulz hat in der letzten Fest und Flauschig-Folge (sehr aufgeregt) so viel Schönes gesagt. Das hat irre viel in mir angestoßen und ist der Grund dafür, dass ich um 2 Uhr morgens diesen Post schreibe. So viel Wahres, was in einem vollkommen anderen Zusammenhang stand als meine „Ah, wo soll ich hin“-Madness (es ging natürlich um Trump). Trotzdem hätte ich mich am liebsten in die Sendung geschaltet und gesagt „Ja Mann, genau so! Danke, diesen Arschtritt habe ich gebraucht!“

Sinngemäß war es folgendes:

„Amateure warten auf Inspiration, Profis fangen an zu arbeiten. (…) Jetzt ist nicht die Zeit, sich zu verkriechen und keine Haltung zu haben. (…) Wie viele Menschen auf Facebook schreiben, dass jetzt der Glaube an die Menschheit vollkommen weg ist. Ja, dann kann ich nur sagen‚such dir halt einen neuen Glauben, neue Verbündete‘.“

Ja Mann, los geht’s!

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