Die Reise beginnt…

Keine Wohnung mehr, über 24 Stunden Anreise und fernab jeglicher Erwartungen: So waren die letzten Tage in Hamburg und meine lange Reise ans andere Ende der Welt.

Sonntag, 8. Januar 2017

Meine Freunde winkten mir hinter der Absperrung zu, während ich ihnen breit grinsend und mit laut klopfendem Herzen zurück winkte. Ich konnte nicht glauben, dass ich mich jetzt tatsächlich auf die mehr als 24-stündige Reise nach Australien machen würde – und das ganz allein.

IMG_3322.JPG

Ich hatte mir so oft Gedanken darüber gemacht, wie es wohl sein würde: Die letzten Tage in Hamburg, die Reise, die Ankunft.

Doch obwohl meine Fantasie extrem bunt und facettenreich ist, ploppten keine Bilder in meinem Kopf hervor. Alles lag fernab jeglicher Vorstellungskraft, unendlich weit weg. Und dann kam der Dezember, der Monat, in dem ich täglich arbeiten und meine Wohnung auflösen würde. Wie ich das schaffen sollte? Um ehrlich zu sein, hatte ich keine Ahnung, aber -wie immer- großes Urvertrauen: Wird schon, irgendwie. (In Australien gibt es dafür eine ganz tolle Bezeichnung, dazu gleich mehr)

IMG_4338.jpg

Während der November recht entspannt war, sagte der Dezember trocken „dann wollen wir mal sehen, was du so drauf hast“, bevor er schief grinsend aufs Vollgas drückte. Fortan schien alles im Zeitraffer zu passieren. Doch das Schöne daran: In einem Monat, in dem ich das Gefühl hatte, jeden Moment emotional in eine völlig andere Richtung gewirbelt zu werden, sind mir Menschen begegnet, die mir auf fantastische Art und Weise geholfen haben.

Sei es meine Versicherungsmaklerin, die sich wirklich perfekt um alles Versicherungstechnische gekümmert hat (was mich persönlich ja immer total überfordert), meine Eltern, die anboten, sich schon ab sofort und nicht erst ab Januar um meine kleine Berti zu kümmern oder unerwartete und spannende Reisetipps von Bloglesern und entfernten Bekannten – ich könnte so viele dieser Situationen aufzählen, die mir das Gefühl gaben, die richtige Entscheidung getroffen zu haben und unendlich beschützt zu sein.

FullSizeRender 3.jpg

Die Reise nach Australien war extrem entspannt – und das trotz einstündiger Verspätung meiner Maschine von Hamburg nach München und der damit verbundenen Sorge, den Anschlussflug nach Abu Dhabi zu verpassen. Doch alles lief reibungslos. Merke: Nicht so viele Sorgen machen, das wird schon. Oder, wie die Australier sagen:

No Worries, Sweety!

Ich liebe diese Aussage und benutze sie inzwischen ständig. Du hast mich auf der Straße aus Versehen angerempelt? No worries! Das Essen dauert einen Moment? No worries! (Ich kann euch nur empfehlen, „no worries“ in euren Sprachgebrauch aufzunehmen. Das ist fantastisch!) Nachdem ich also auch in meinem Flugzeug in München saß, hatten wir wieder Verspätung: Die Maschine musste erst noch von Eis und Schnee befreit werden. Belustigt sah ich den Enteisungsmaschinen dabei zu, wie sie vollautomatisch ihre Arbeit verrichteten und dampfend den Schnee entfernten – mein Weg ging schließlich Richtung Hochsommer! Mit einem entsprechend kitschigen Sonnenaufgang über der Wüste wurde ich in Abu Dhabi begrüßt.

img_3452

Und dann, nach einem kurzen Aufenthalt und weiteren 12 1/2 Stunden Flug später, landete ich um 5.30 Uhr Ortszeit im stockdunklen und schon am Flughafen nach Sommer duftenden Melbourne. Könnt ihr euch vorstellen, was für ein Gefühl das war?

Ich fühlte mich so privilegiert, diese Reise tatsächlich machen zu dürfen. Mutig genug zu sein, den komfortablen Alltag in Hamburg hinter mir zu lassen. Einfach Anlauf zu nehmen und von dieser Klippe ins Unerwartete zu springen – es war unbeschreiblich und ich finde noch immer keine Worte dafür.

img_0584

„No worries! Melbourne, Week 1“: so war meine erste Woche in Australien.

Mehr über meine Auszeit und meine Reise nach Australien lest ihr hier.

img_4147

Kommentar verfassen