No worries, Sweety! Melbourne, Week 1

„The world is a theater, go play“, stand an einer Hauswand in London. Meine besten Freunde und ich zogen dick eingepackt unsere kleinen Koffer durch die Stadt und ich war ganz hibbelig über meine erste Reise nach 4 Jahren. Das war im Januar 2016.

Ein Jahr später sitze ich auf den Treppenstufen zum obersten Stockwerk meines Hostels in Melbourne mit einem fantastischen Blick auf die Stadt. Die Aufforderung aus London fliegt immer noch durch meinen Kopf, stärker denn je. Ja, ich gehe spielen! Wilder und schöner als jemals zuvor. 

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Die milde Abendsonne scheint mir in den Nacken, der strahlenblaue Himmel ist wolkenlos, es duftet nach Abendessen.

Melbourne ist unglaublich. Um ehrlich zu sein, weiß ich gar nicht, warum ich hier her und nicht nach Sydney gefahren bin. Es war rein intuitiv, irgendwie wollte ich einfach nach Melbourne kommen und was soll ich sagen? Meine Intuition ist einfach zum Küssen!

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Die Stadt ist ein einziger Krafttempel, alles strotzt vor Schönheit und Üppigkeit ohne dabei protzig zu sein. Von allem ist genug da – nur nicht von Stress. “Melbourne is an upgrade from Europe!”, meinte mein Zimmernachbar Tzion neulich. Ich finde, er hat damit den Nagel perfekt auf den Kopf getroffen:

Der Kaffee aus manchen Coffeeshops verschlägt einem echt den Atem, so vollmundig ist er.

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Überall gibt es vegetarische und vegane Cafés, Essen aus aller Herren Länder. Worauf hast du Bock? Egal worauf, hier gibt es einfach alles!

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Und mindestens genauso gut: Melbourne ist so grün! Wunderschöne Parks mit riesigen Feigenbäumen und Palmen säumen alle Teile der Stadt. Der Rasen ist weich und sauberIMG_4006.JPG, als wäre er ein riesiges Bett. Hier liegen kein Müll oder Kippen im Gras. Nein, hier gibt es schlichtweg weichen Rasen, den man sehr gerne betreten darf. (und auf dem man sehr gut liegen kann. Das habe ich bereits mehrfach getestet!)

Keine Ahnung, wie es erst für mich wird, wenn ich mich auf den Weg aufs Land mache, denn schon in der Stadt verschlägt mir die Natur den Atmen.

Die weißen Blüten eines Baumes im Park sind größer als die größten Teetassen meiner Mutter, alle Blumen und Pflanzen sind genauso gepflegt wie in einem botanischen Garten. Tagsüber hört man stellenweise die selben laserartigen Vogelrufe wie ein Thailand und ab und zu sieht man sogar das bunte Gefieder kleiner Papageien schillernd in der Sonne glänzen.

Nachts hängen Flughunde so groß wie Berti in den mehrstämmigen Feigenbäumen, unterhalten sich keck und sausen blitzschnell durch die milde Sommerluft. An einem Strand wohnen sogar wilde Pinguine, die ich unbedingt noch besuchen möchte.

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Und als ob all das nicht genug wäre, sind die Leute unfassbar freundlich und so authentisch dabei, dass man sie fast alle unarmen möchte. Diese Stadt hat eine unglaublich schöne Energie.

No worries

“NO WORRIES” hört man hier an jeder Ecke. Mach dir keine Sorgen, alles wird gut. Diese Aussage habe ich bereits fest verinnerlicht.

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Zum ersten Mal hat eine Verkäuferin “no worries, Sweety!” zu mir gesagt, als ich auf der Suche nach einem neuen Reiseadapter war. (Ich habe —warum auch immer— den für die UIMG_4008.JPGSA eingepackt und nicht den für Australien) Zunächst habe ich mich sehr über meine Dusseligkeit geärgert, aber dann habe ich recht schnell begriffen wie albern das ist. Im Ernst? Ich ärgere mich, weil ich keinen australischen Adapter dabei habe? Vollkommen lächerlich! Umso mehr Spaß hat es gemacht, mir einen Neuen zu besorgen. (Das hat übrigens schlappe  15 Minuten gedauert und ich fühlte mich dabei so engagiert wie auf einer wirklich coolen Schnitzeljagd.)

Mr. Jetlag

Der Jetlag hatte mich die ersten 3 Tage fest im Griff, 10 Zeitzonen waren anscheinend selbst für mich zu viel. Bisher hatte ich nie wirklich einen Jetlag (einer der Vorteile, wenn man ohne den immer gleichen Rhythmus lebt), aber die ersten beiden Nächte konnte ich trotz extremer Müdigkeit nicht länger als 5 Stunden schlafen. Während ich mich entsprechend schwach und orientierungslos fühlte, war es so, als ob Melbourne mich in seine großen, starken und liebevollen Arme nehmen würde und sagte: “No worries, Mate, hier hast du so viel Energie wie du brauchst! Hast du Lust auf BBQ?”

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Unfassbar, wenn ich zum Beispiel an Berlin zurückdenke. Hier habe ich vor ein paar Jahren 2 Jahre lang gewohnt und jedes Mal, wenn ich mich in Berlin schwach fühlte, schien die Stadt mir ihre Finger ins Fleisch zu bohren und mich nur noch mehr auszulaugen. Nicht so Melbourne.

Sogar die Autofahrer sind entspannt, fast nie hupt jemand. Während auf Bangkoks Straßen der Recht hat, der zuerst und am lautesten hupt, fällt einem erst auf wie entspannt hier alle fahren, wenn mal ein Krankenwagen seine Sirenen einschaltet. Easy, Baby.

Und die Streetart… Wunderschön! In jeder Ecke Melbournes verstecken sich gesprayt, gemalte oder geklebte Kunstwerke.

Die Kunst gipfelt sich in der Hosierlane. Hier wurde einfach mal die komplette Straße zu Streetart.

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Teilweise kann man den Künstlern bei ihrer Arbeit zusehen.

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Überflüssig zu erwähnen, dass ich mich hier extrem wohl fühle, oder?


Ich bin so erstaunt darüber, wie schnell letztendlich alles ging. Unglaublich, wie einfach man tatsächlich einen ganz anderen Alltag (inklusive kuscheliger Komfortzobe) hinter sich lassen und in ein neues Leben eintauchen kann. (Und dann auch noch in der Stadt mit der offiziell höchsten Lebensqualität der Welt!) Ich bin so ein Glückskind – und vollkommen verzückt von all den schönen Eindrücken.

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2 Replies to “No worries, Sweety! Melbourne, Week 1”

  1. Hallo liebe Linn,

    was für ein toller erster Eindruck von Melbourne. Ich komme selbst nächsten Monat nach Australien und bin jetzt schon total voller Vorfreude – daran sind deine Instagramstory-Videos und die Bilder aus der Ferne auf jeden Fall nicht ganz unschuldig dran!
    Ich finde es total schön, was du machst und wie du vor positiver Energie strahlst. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir uns in Melbourne sobald ich da bin mal auf einen vollmundigen Kaffee treffen würden!
    Zwei Fragen noch zum Schluss: Wie lange bist du noch da und welches Hostel kannst du empfehlen?

    Liebe Grüße aus dem verschneiten Hamburg
    Harriet

    1. Ahoi meine Liebe,
      Danke für deine lieben Worte! Du hast allen Grund dich zu freuen, Melbourne ist wunderschön. (Nur um es noch mal zu sagen 😅) Ich wohne im Nunnery. Das ist ein ehemaliges Kloster und obwohl ich im 8er Zimmer bin, schlafe ich hervorragend und habe eine tolle Zeit. Kaffee? Sehr gerne! Du wirst nichts anderes mehr trinken wollen! Wir sehen uns im Februar. 😊

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