Gedanken einer schlaflosen Nacht

Kennt ihr diese Nächte, in denen man plötzlich aufwacht und nicht mehr schlafen kann? Ich habe das des Öfteren und genieße dann die Ruhe der Nacht – bis ich einen Gedanken denke, den ich unbedingt aufschreiben muss, weil ich nicht will, dass er verloren geht.

So geschehen diese Woche, in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag nachdem ich nach ganz vielen Jahren meinen alten Freund Stephan und seine wunderbare Freundin Audrey getroffen habe. Ganz unspektakulär verrate ich euch auch ganz nebenbei meine nächsten Reiseziele. (*kreisch!)

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Ich liege wach und hänge meinen Gedanken mit einer Ruhe nach, die ich nur in solch schlaflosen Nächten habe. 2 Gläser Wein machen mit mir inzwischen das Gleiche wie letztes Jahr noch 2 Flaschen. Sie lassen mich schnell einschlafen, wecken mich aber auch sehr durstig nach 3,4 Stunden wieder auf. Und so liege ich nach einem wunderbar inspirierenden Abend mit 2 Freunden, die inzwischen auf dem Weg nach Perth sind, halbwach in meinem Bett und höre der Stadt zu. Dem Betrunkenen, der grölend durch die Straßen zieht und schnell wieder verstummt, der Müllabfuhr, die jetzt, um 3.31 Mülltonnen leert.

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Die wunderbare Audrey. Folgt ihr auf Instagram, sie ist hinreißend und wahnsinnig inspirierend! Foto: Stephan R. – Pictures with love

Ich fühle mich ganz wohlig, es ist warm und gemütlich in meinem Bett. Ich bin voller Vertrauen ins Leben und male mir ungläubig lächelnd aus, wo ich dieses Jahr noch hinreisen werde. Spätestens im August werde ich Melbourne vorerst verlassen. Es ist Zeit, weiter zu ziehen und meine Reiseliste für 2017 ist herrlich (lang): Nordost- bis Süd-Australien! Perth! Bali! Fiji! Auf einmal, nachdem ich jahrelang keine Lust hatte zu Reisen, ist inzwischen fast jeder Ort dieser Welt eine reale Option.

Ein Vogel zwitschert, die Motoren der Lieferwagen brummen monoton. Ich schließe die Augen und suche meinen Weg zurück in den Schlaf, doch in mir ist zu viel Erkenntnis, die gute Energie anderer Menschen mit sich bringt. Inspiration, Leichtigkeit, Reiselust, der unbändige Drang nach Selbstverwirklichung gepaart mit dem unstillbaren Hunger nach Leben. Danach, verschiedene Destinationen selbst zu sehen, zu erleben, zu fühlen!

Mich selbst in den verschiedensten Facetten zu spüren, zu spüren wie unglaublich gut es ist, immer wieder aufs Neue die Komfortzone hinter mir zu lassen und entgegen aller Furcht in genau das Leben zu wachsen, das ich leben will.

Die Sirenen eines Polizeiwagen werden schrill und ausgedehnt von den Wolkenkratzern zurückgeworfen. Scheinbar ewig fährt das Auto die Straße hinauf. Den zähen Klang träge mit sich ziehend bis es ein paar Blocks weiter endgültig verhallt.

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Melbourne

Es ist so verrückt, Menschen die man liebt körperlich hinter sich zu lassen. Gerade nach einer gewissen Zeit fühlt sich das ganz sonderbar an. Doch obwohl das Vermissen oft schmerzt, weiten all diese Gefühle die das Reisen mit sich bringt, mein Herz und meinen Kopf auf eine ganz wunderbare Art und Weise.

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Koalabär in Apollobay

Loslassen ist halt auch immer ein großes Stück zulassen und ich glaube, dass genau in diesem Vertrauen ins Leben das Geheimnis zur Zufriedenheit liegt. Alles als steten Wandel und Wachstum zu begreifen und sich vollkommen furchtlos in diese immense Schönheit fallen zu lassen.

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