Melbourne Mornings

Seit ich vor einem halben Jahr in Melbourne angekommen bin, wollte ich unbedingt den Sonnenaufgang fotografieren. Es war eines dieser typischen “ach, das mache ich irgendwann mal”-Vorhaben, die ich dann tatsächlich aber nie umgesetzt und immer nur auf die lange Bank geschoben habe. Arbeit, Faulheit – immer gab es irgendeinen Grund. Heute morgen habe ich mir endlich selber in den Arsch getreten und bin zum Yarra River spaziert. Die Erkenntnis, die ich daraus gezogen habe, hat mich selbst überrascht.

Gestern Abend, habe ich auf Facebook meine Kolumne Das Leben ist zu kurz für irgendwann gepostet. Ich habe den Beitrag im April geschrieben und ihn entsprechend lange nicht mehr gelesen. Nachdem ich ihn kurz überflogen hatte, habe beschlossen, dass für das Projekt “Sonnenaufgang in Melbs” die Zeit nicht irgendwann sondern JETZT ist. Also habe ich mir den Wecker auf 10 vor 6 gestellt (für mich als Freiberuflerin wahnsinnig früh), bin durch Chinatown zum Yarra River spaziert und habe Fotos gemacht.

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Die Stadt lag noch im gemütlichen Halbschlaf. Nur Straßenreiniger säuberten Melbourne für den neuen Tag. Es waren kaum Autos unterwegs und die ansonsten gerne voll gestopften Trams waren irre leer.

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Unten am Yarra River war es schon etwas voller: Jogger, Kajakfahrer, laut kreischende Möwen, in großen Schwärmen fliegende Enten und ich mittendrin. Glückselig, dass ich mein kleines Bett (es ist wirklich winzig!) verlassen und mein Vorhaben nach 6 Monaten endlich in die Tat umgesetzt habe.

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Viel beeindruckender als den Sonnenaufgang fand ich allerdings diesen unglaublich schönen Mond. Ich konnte ihm dabei zusehen, wie er gülden leuchtend am rosafarbenen Himmel unter gegangen ist.

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Die überraschende Erkenntnis (überraschend, weil nicht wirklich neu): Es ist unglaublich, wie einfach ich selbst dafür sorgen kann, dass ich zufrieden bin. Ich muss es halt nur einfach machen.

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Mr. Möwe bereit zum Abflug

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