Unglaublich viel Drama, noch mehr Liebe – so war meine Blog-Pause

Ne, was ist die Zeit schnell vergangen! Nach 5 Wochen Blog-Pause auf Instagram und Facebook bin ich wieder da. Mein Herz quillt über vor Erlebnissen und daraus resultierenden Erkenntnissen. Unter anderem wurde in Barcelona mein kompletter Koffer geklaut! Könnt ihr euch das vorstellen? Aber der Reihe nach. Es wurde nämlich noch richtig schön (inkl. Hochzeit!). Also macht euch noch mal eben einen Kaffee, es gibt unglaublich viel zu erzählen.

Mitte Juni sind mein Freund und ich nach Barcelona geflogen. Der Plan: ein Roadtrip durch die Pyrenäen zur Hochzeit einer gemeinsamen Freundin, anschließend 3 Tage Barcelona. Nach wirklich turbulenten Wochen erschienen mir diese 10 Tage wie das reine Seelenfutter, das ich so dringend brauchte.

Doch Leben ist, was passiert, während du andere Pläne machst, nicht wahr?

John Lennon wusste einfach wie der Hase läuft. (Nämlich in die komischsten Richtungen) Und so wurde uns am 2. Tag auf einem belebten Parkplatz nahe Barcelona bei strahlendem Sonnenschein (zur Mittagszeit!) tatsächlich der Camper aufgebrochen. 

Unglaublich viel Drama, noch mehr Liebe – so war meine Blog-Pause Teil 1 Drama

Auf einmal war alles weg.

Das war extrem surreal: 
Wir kamen nach gut einer halben, Dreiviertelstunde im Supermarkt vollbepackt mit Lebensmitteln zurück zum Wagen, bereit, endlich die Stadt hinter uns zu lassen und in die Pyrenäen zu düsen. Auf den ersten Blick sah alles aus wie immer. Doch als wir die Türen öffneten, war irgendwas anders.

Der Wagen war leer, zu leer… – unsere noch nicht ausgepackten Koffer waren weg. Sie waren einfach nicht mehr da. Dieser Moment war zu surreal um wirklich wahr zu sein.

Ich hatte ein Kleid an, dass ich nach der Reise aussortieren wollte und es nur anhatte, damit meine Beine braun werden. Und das war jetzt die einzige Klamotte in meinem Besitz.

Bye bye, Lieblingskleid, tschüss, Papageien-Shirt…

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Nach meiner Weltreise besitze ich echt wenig, alle meine Lieblingssachen hatte ich für diese Reise eingepackt. Und genau diese Lieblingssachen (viele davon aus Australien) waren in meinem geklauten Koffer, der (und das nur am Rande) mit mir 2017 die Weltreise bereist hat. Der mich durch sämtliche Hostels in Melbourne begleitete, auf Fidschi von der Fähre in kleine Fischerboote geworfen wurde, mit mir in Neuseeland mit dem Van unterwegs war und von mir holpernd über die Kopfsteinpflaster Roms gezogen wurde.
All das reist nun ohne mich weiter.

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Ihr könnt euch vorstellen, was für ein Gedankenkarussell losging. 

Was macht man, wenn man komplett ohne Sachen im Ausland unterwegs ist? Nur das besitzt, was man am Körper trägt?

Das war richtig kacke. Richtig, richtig scheiße, vor allen Dingen, weil mir nach und nach Sachen einfielen, die in diesem Koffer waren. Auch so einfache Dinge wie Schminke oder meine Haarbürste – es war einfach alles nicht mehr da.
Das Gute ist allerdings, dass ich zum ersten Mal gemerkt habe, wie gut mein ewiges Kamera und Laptop mit mir herum geschleppe ist. Als Kind habe ich meine Kuscheltiere mit mir herum getragen, als erwachsene Frau eben Kamera, Akkus und Laptop. Sogar in Neuseeland habe die Sachen bei einer 30 Kilometer-Wanderung dabei gehabt. Und auch in den spanischen Supermarkt habe ich mein Equipment mitgenommen. (Natürlich auch mein Pass, das Telefon und mein Portemonnaie)
Ebenfalls zum Glück hatten wir die teurere Versicherung für den Wagen gebucht. Das eingeschlagene Fahrerfenster mussten wir also nicht bezahlen.

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Und was macht man nach so einem Raub?

Wenn man in so einer Situation ist, reagiert man anders, als man es sich vorher ausmalen würde. Das ist mir auch letztes Jahr während meiner Weltreise klar geworden. Zum Beispiel als ich überstürzt aus Bali abgereist bin, weil ich nicht wusste, ob der Vulkan Mount Agung nach vielen Erdbeben ausbrechen würde, oder als ich in Neuseeland alleine mit dem Van unterwegs war und es ohne Ende geregnet und gestürmt hat und ich auf einer sehr kurvigen, nicht asphaltierten Bergstraße unterwegs war. In so einer Situation hat Panik nichts zu suchen und mir kommt in diesen Momenten die Mediation sehr zu Gute. Anstatt durchzudrehen sind wir also ganz ruhig und sachlich geblieben. Haben die Campervermietung angerufen und bescheid gesagt, dass wir einen neuen Camper brauchen. Dann haben wir online herausgefunden, wo die nächste Polizeistation ist. Meine wunderbare Versicherungsmaklerin, die ich ebenfalls anrief, hatte uns nämlich den Tipp gegeben, dass die Hausratversicherung eventuell für den Schaden aufkommen würde, sofern wir ihr eine Bescheinigung der Polizei vorlegen würden. 

So hilfreich meine Versicherungsmaklerin war, so unnütz war die Polizei, die man hingegen leider echt vergessen kann.

Wir haben 4 Stunden auf der Wache verbracht, um ein Formular für die Versicherung auszufüllen. Der Polizist hat kein Wort gesagt, nur irgendwann einen kurzen Blick auf den Camper geworfen, ein Foto gemacht. Das wars. Zum Glück hat die Sekretärin auf der Wache Englisch gesprochen und obwohl sie uns keinerlei Hoffnung machte, die Sachen jemals wieder zu sehen, war sie wirklich lieb. „Mir ist das gleiche mal in Italien passiert. Die Italienerinnen sind ja alles so furchtbar dünn. Wissen Sie, wie schwierig es ist, da neue Sachen zu bekommen, die mir passen?“

Es war ein bescheuerter Start in den Urlaub, da fiel es sogar mir als ewige positiv Denkende schwer, einen Sinn drin zu sehen.
Ja, der Raub war zum Glück anonym und unpersönlich und ja, es sind nur Sachen und zum Glück sind wir gesund, und ja, es ist toll, wie gut ich auf der Welt klar komme und wie gut mein Fallnetz ist, aber es war in diesem Moment trotzdem absolut unnötig und ich sehr traurig.

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Unglaublich viel Drama, noch mehr Liebe – so war meine Blog-Pause Teil 2 LIEBE

Irgendwann am nächsten Tag, nachdem wir neue Sachen gekauft haben (einer von uns ist immer im (inzwischen neuen) Wagen geblieben, es hat gefühlt ewig gedauert), haben wir uns in unserem neuen Camper auf den Weg in die Pyrenäen gemacht. Endlich konnten wir die Autobahnen hinter uns lassen und uns bei klarer Luft auf menschenleeren Campingplätzen erholen. 

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Das Bild ist bei einer Wanderung in den wunderschönen Pyrenäen entstanden und ich war zutiefst ergriffen von diesem Ausblick, sah die Landschaft doch aus wie die Blue Mountains in beloved Australia. Nur die Geräuschkulisse war anders: statt krächzender Kakadus hörte man unentwegt bimmelnde Kuhglocken. Es war ganz zauberhaft. 

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Und noch was Schönes ist passiert: einen Tag später hat unsere Freundin Nina geheiratet. Sie hat mich gefragt, ob ich vielleicht Fotos machen könnte…? Konnte ich! Und so habe ich zum ersten Mal eine Hochzeit fotografiert. Das hat irre viel Spaß gemacht und ich bin ganz verliebt in die Bilder. 

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Unglaublich viel Drama, noch mehr Liebe - so war meine Blog-Pause #selbstbestimmtleben #roadtrip #pyrenäen #hochzeitUnglaublich viel Drama, noch mehr Liebe - so war meine Blog-Pause #selbstbestimmtleben #roadtrip #pyrenäen #hochzeitDas winzige Örtchen mit dem alten Gebäude aus dem 18. Jahrhundert (unglaublich, oder???) lag irgendwo im Nirgendwo, zwischen Bergen und Serpentinenstraßen, die es wirklich in sich hatten, aber all ihre Freunde und sogar die Omi haben sich auf den Weg zu ihr gemacht.

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So viel Liebe zu erfahren, war wunderschön. Ich habe erst überlegt, diesen Koffer-Raub in irgendeiner Form in die Überschrift zu packen, aber diese Reise war mehr als ein gestohlener Koffer. Ich habe ein Mal mehr begriffen, dass wir das Wichtigste immer im Herzen tragen. Reiche Erinnerungen, tiefe Liebe. All das, was einem keiner mehr nehmen kann. Das, was uns immer begleitet und uns zu dem macht, wer wir sind.

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Ja, das Leben ist an manchen Tagen und Wochen ein einziger wilder Ritt und kann echt traurig und frustrierend sein. Aber das Gute ist, dass auch diese Phasen vorbeigehen und man danach bestenfalls viel gelernt und um einiges stärker geworden ist. Und das bin ich. Ach, wie schön es ist, wieder hier zu sein. ❤️

 

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Australien, Fidschi, Neuseeland, Bali - 2017 war ein absolut verrücktes, emotionales und wunderschönes Jahr. Ich habe gelernt, dass man wirklich alles machen kann was man will, solange man offen dafür ist. Ich habe keine Ahnung, wo mich das Leben noch so hinträgt. Nur eines weiß ich: es wird unglaublich schön. Kommt mit!