Vanille-Milchreis mit Apfel-Zimt-Kompott und gebrannten Mandeln

Als ich noch ein kleines Mädchen war, mit kurzen, weizenblonden Haaren und (auch schon damals) der unverkennbarer Zahnlücke, sind wir im Sommer hin und wieder nach Sylt gefahren.

Wie viele es tatsächlich waren, weiß ich nicht. Doch die Erinnerung ist so stark, dass es sich anfühlt, als hätten wir bis zu meiner Einschulung jeden Tag im Sommer dort verbracht.

Damals war Sylt noch eine ganz normale Insel (oder sie kam uns zumindest so vor) mit wunderschönen reetgedeckten Häusern und einer salzigen Luft, die immer den Geruch von warmen Sand und Dünen mit sich trug.

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Am liebsten spielten wir am Strand (wo ich gerne auch mal meine Schwester mit Quallen bewarf. Ich entschuldige mich an dieser Stelle bei den Quallen, meine Schwester konnte das allerdings sehr gut ab) oder unternahmen lange Fahrradtouren über die Insel. Ein absolutes Highlight waren natürlich kleine Imbisspausen. Neben Cornetto Bottermelk und Ed von Schleck prägten zwei weitere Geschmäcker diese Sommer: der von knusprigen Weißbrötchen mit frisch gefangenen Krabben und (als Nachtisch) der von lauwarmem Milchreis mit einer dicken, leicht karamellisierten Schicht Zucker und Zimt.

Ich habe oft probiert, Milchreis auch so hinzubekommen, wir haben gerätselt, ob die Herrschaften damals wohl ihren Reis mit Sahne gekocht hatten, weil er so cremig war… Halbherzig habe ich alles mögliche versucht, doch nie ist es mir gelungen, diesen Geschmack selbst zu erschaffen.

Heute habe ich es geschafft.

Zufällig.

Das kam so: (Wer jetzt hungrig ist und SOFORT das Rezept will, scrollt bitte bis zur nächsten großen Überschrift 😉 )

Als ich gerade eine frische Ladung Pesto zubereitete, dachte ich unwillkürlich an einen meiner allerliebsten Lieblingsmenschen, mit dem ich kurz vorher gesprochen hatte. Sie hatte mir erzählt, dass sie überlegte, welchen leckeren Süßkram sie wohl mal mit zur Arbeit nehmen könne. (Wahrscheinlich wohl wissend, dass ich in Sachen Süßkram die allerbeste Ansprechpartnerin bin!)

Und während ich Rucola und Radieschenblätter pürierte, überlegte ich, dass ich mal wieder Apfelmus kochen könnte. (Habe heute wahnsinnig viele Äpfel aus dem Alten Land gekauft. Eigentlich viel zu viele für mich, aber sie waren zu schön, um nicht gierig zu werden)

Während ich kurze Zeit später (das Pesto war inzwischen fertig) die Äpfel schälte, schweiften meine Gedanken ab und ich dachte: „Wenn ich schon Apfelmus koche, dann kann ich eigentlich auch noch Milchreis dazu kochen und den meiner lieben Lieblingsmenschenfreundin vorbeibringen. Dann hat sie ein ganz köstliches Dessert fürs Büro.“

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Und während ich Sojamilch und Zucker aufkochen lies, mich schon darauf freute, den Milchreis zu verschenken, dachte ich an eines meiner liebsten Gewürze: Gemahlene Vanille aus dem Glas (die mir die besagte Lieblingsmenschenfreundin übrigens gezeigt hat! Ihr seht, es lohnt sich immer, Schönes zu teilen! Es kommt früher oder später zu euch zurück!). Davon kippte ich noch mal 2 Teelöffel dazu. Als ich langsam den Milchreis unterrührte, ihn aufkochen ließ und die Wärme der Platte runter drehte, dachte ich mir, dass gebrannte Mandeln wahrscheinlich fantastisch dazu schmecken würden, weil die ja eh immer köstlich sind.

Also kippte ich viel zu viel Zucker in eine kleine Pfanne, gab Mandelblättchen dazu, ließ den Zucker schmelzen, stellte die Hitze runter und nahm die Pfanne erst vom Herd, als die Blättchen hellbraun waren und der Zucker alle liebevoll in die flüssigen Arme genommen zu haben schien.

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Meine Wohnung duftete, dass ich am liebsten den Geruch fotografiert und irgendwie anders festgehalten hätte, um ihn immer nach Bedarf wieder zu rauszulassen. (Einmachgläser?)

Als ich dann den Milchreis probierte, fühlte ich mich geschmacklich von meinem kleinen Candyland sofort in meine Kindheit an der Küste zurückversetzt. Ich bin mir sicher, dass die Köche damals bestimmt keine Sojamilch benutzt haben- trotzdem schmeckt mein Milchreis genauso cremig, genauso süß wie der ihrige. Das Beste: der Geschmack ist untermalt von einem feinen Hauch Vanille…

Viel zu gut, um dieses Rezept nicht zu teilen und diesen Geruch in eure Wohnungen zu bringen! Und wer weiß….?

Vielleicht erreicht dieser Geschmack ja auch eure Herzen, weckt oder schafft süße Erinnerungen…

 

Ihr braucht:

Für den Milchreis

Auf jeden Fall Euren Schneebesen! Plus:

250 g Milchreis

1 Liter Sojamilch

2 Teelöffel gemahlene Vanille aus einem unscheinbaren Gläschen, das bei den Backwaren steht (kein Vanillezucker! Um LÄNGEN besser!)

80 g Zucker

 

Für die gebrannten Mandeln:

100 g Mandeln

so viel Zucker, dass ihr den Boden eurer Pfanne großzügig bedecken könnt

 

Für das Apfelmus

1 Kg Äpfel (wer hätte das gedacht!)

1 EL Magarine oder Butter

Apfelsaft (wer mag und hat) ansonsten Wasser

Zimt und noch mehr Zimt

 

So geht’s!

Apfelmus

  • Äpfel schälen, entkernen und vierteln
  • Butter oder Magarine in einem kleinen Topf schmelzen
  • Die Äpfel kurz anrösten, anschließend den Boden mit naturtrübem Apfelsaft oder Wasser bedecken, das Ganze auf unterer Stufe köcheln lassen, Zimt hinzugeben (ich liebe Zimt und knalle bestimmt immer 2 oder 3 Teelöffel rein) und hin und wieder umrühren
  • Nach ca. 10 Minuten alles umrühren und mit entsprechendem Gerät zerstampfen oder pürieren

Milchreis

  • Die Milch zusammen mit der Vanille und dem Zucker rührend aufkochen lassen
  • Wenn alles blubbert, gebt ihr den Milchreis dazu und schaltet die Platte nach
  1. 1 Minute auf untere-mittlere Hitze (währenddessen rührt ihr bitte weiter)
  • 20 Minuten braucht der Milchreis, bis er fertig ist. Und damit er wirklich so hinreißend cremig schmeckt wie meiner, solltet ihr rühren was das Zeug hält. Ganz entspannt und ohne größere Pausen. Es lohnt sich! Ihr werdet später diese sanfte Rührliebe schmecken!

Mandeln

  • Den Boden einer eher kleinen, beschichteten Pfanne mit Zucker bedecken. So, als ob es geschneit hätte. (Ich habe aus Versehen wahnsinnig viel genommen, weil ich den Zucker direkt in die Pfanne geschüttet habe. So hatte ich ein kleines Skigebiet in ihr erschaffen und da ich zu faul war, den Zucker zurück zu füllen, machte ich mal wieder eine tolle Entdeckung! Also: Gib ihm!)
  • Auf den Zucker die Mandelblätter geben. Warten.
  • Den Zucker schmelzen lassen. Auch hier die Pfanne schön heiß werden lassen und kurz danach die Temperatur runter schalten.
  • Das Ganze immer wieder umrühren, sodass alle Mandeln genügend Zucker abbekommen. Wenn die Mandeln schön braun sind, sind sie fertig.

Ich habe für meine besagte Lieblingsmenschenfreundin alles in einem Einmachglas mitnehm- und fototauglich angerichtet. Alternativ geht natürlich auch ein großes Kaffeeglas oder (so werde ich meinen Milchreis morgen essen) eine schöne (große! Harr harr!) Schüssel!

Ich wünsche euch guten Appetit!

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3 thoughts on “Vanille-Milchreis mit Apfel-Zimt-Kompott und gebrannten Mandeln”

  1. Das sieht aber dringend-nachmach-bedürftig aus! Auch die Beschreibung hört sich köstlich an. 🙂
    Ich denke, das werde ich demnächst ausprobieren und meiner lieben Familie als nächstes aus-meiner-Herbstküche-Präsent mitbringen.
    Danke für die Inspiration! 🙂

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